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Brustatmung (Schlüsselbeinatmung) Die Zwischenrippenmuskeln (Interkostalmuskeln) sorgen dafür, dass das Volumen des Brustkorbs beim Einatmen zunimmt und beim Ausatmen abnimmt. Jede dieser Bewegungen überträgt sich auf die Lunge, die sich dann entsprechend ausdehnt oder verkleinert. Zur Brustatmung gehört auch die Schulter- (Schlüsselbein-), Flanken- (untere Rippen-) und Rückenatmung. Bei der Schulteratmung bewegen sich in der Einatmungsphase die Schultern in Richtung der Ohren. Die Schulter-(Schlüsselbein-) Atmung ist die schlechteste und ineffizienteste Atmungsform, weil mit sehr viel Energie relativ wenig Luft bewegt wird. Durch das Hochziehen der Schultern wird der Brustkorb nicht erweitert, sodass sich die Lunge nicht genügend ausdehnen kann. Die muskuläre Verspannung im Schulter- und Brustbereich verhindert ein entspanntes Ausatmen. Die Schulteratmung tritt auf bei Angstzuständen, wenn der Atem zu stocken beginnt.
Zwerchfellatmung (Bauchatmung, Flankenatmung) Das Zwerchfell ist der wichtigste Atemmuskel, weil er bei richtiger Atmung 80% des Atemvolumens bewirkt. Die Zwerchfellatmung beruht auf einer Anspannung (Abflachung) des Zwerchfells beim Einatmen, wodurch die Lunge sich ausdehnen kann und das untere Drittel der Lunge durchlüftet werden kann, und einer Entspannung (Krümmung) beim Ausatmen, wodurch die Lunge zusammengepresst wird. Die beiden Lungenflügeln hängen frei im Brustkorb und werden bei der Einatmung auseinandergezogen. Beim Einatmen flacht sich die bis dahin hochgewölbte Zwerchfellkuppel durch aktives Zusammenziehen der Muskulatur ab (das Zwerchfell steht dann um 1-3 cm tiefer). Dadurch wird der Brustraum größer, zunächst auf Kosten des Bauchraums. Die Eingeweide im Bauchraum können aber nicht beliebig zusammengedrückt werden. Folglich drängen sie nach vorne und wölben den Bauch vor (Heben und Senken der Bauchdecke bei guter Zwerchfellatmung). Man spricht deshalb auch von der Bauchatmung. Bei der Zwerchfellatmung werden auch die seitlichen Rippenmuskeln bewegt. Die unteren Rippen werden auseinandergezogen, so dass sich der Brustraum erweitert. Diese Form der Atmung nennt man Flankenatmung. Es weitet sich auch der untere Rücken.
Vollatmung (natürliche Atmung, Ganzkörperatmung, ganzheitlichen Atmung) Die Vollatmung (Brust-, Zwerchfell- und Schlüsselbeinatmung) ist die effizienteste Atmung. Die Atmung setzt durch eine Kontraktion des Zwerchfells ein, die unteren Rippen dehnen sich etwas, der Oberbauch wölbt sich vor, und damit werden die unteren Lungenbereiche mit Sauerstoff versorgt. Im weiteren Verlauf des Einatmens setzt die Brustatmung ein; die mittleren Lungenabschnitte dehnen sich aus und der Brustkorb weitet sich. Am Ende der Einatemphase strömt durch geringfügiges Anheben des Schlüsselbeins noch mehr Luft ein, und die Lungenspitzen dehnen sich aus. Die Atmung gleicht einer Wellenbewegung. Eine gesunde Atmung erfordert nicht nur das harmonische Zusammenspiel von Zwerchfell, Zwischenrippen- und Bauchmuskeln, sondern auch die Beteiligung anderer Muskelgruppen im ganzen Körper. Dazu zählen die tiefen Rückenstrecker, Lendenmuskeln, Wirbelsäule, Hüfte, Schultergürtel, Brust, Bauch, Rücken, Becken.
Atmung und Psyche Atmung und körperliche bzw. psychische Befindlichkeit hängen eng zusammen. Es ist unmöglich, einerseits ruhig und entspannt zu atmen und andererseits aufgeregt zu sein. Über die Art der Atmung wird der Körper entspannter oder angespannter. Bei Angst, Aufregung und Stress bewirkt das sympathische Nervensystem eine Erweiterung der Luftröhre und der Bronchien (Luftröhrenverzweigungen in der Lunge), was eine tiefere Atmung ermöglicht, um mehr Sauerstoff für die bevorstehende Muskeltätigkeit zur Verfügung zu haben. Atemhäufigkeit und Atemmenge steigen an. Durch eine vertiefte Atmung kann bedeutend mehr Sauerstoff aufgenommen werden als durch eine beschleunigte. Der bei Angst vermehrt aufgenommene Sauerstoff bleibt mangels Bewegung in den Bronchien und wird nicht zu den Lungenbläschen in den Randbezirken der Lunge transportiert, was das Gefühl der Atembeklemmung bewirkt. Bei Ruhe und Entspannung bewirkt das parasympathische Nervensystem eine Verengung der Luftröhre.
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